C’est la vie
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Wir haben keine Zeit, uns zu beeilen

Wir haben keine Zeit, uns zu beeilen

Hach, es tut gut wieder hier zu sein. Wie ist es euch ergangen in den letzten zweieinhalb Monaten? Wir hoffen, ihr seid gesund und es geht euch gut. Wir mussten uns erstmal neu sortieren und die Situation annehmen.

Bis Mitte September standen wir an der Hunte und zwar insgesamt über drei Monate. Persönlicher Rekord im Stehen an einem Ort. Dann haben wir für uns immer mehr gemerkt, dass Camping und unterwegs sein in diesem Jahr für uns irgendwie vorbei ist. Es zeichnete sich langsam ab, dass Herbst und Winter lang und anders werden würden und darauf wollten wir uns entsprechend vorbereiten. Faktisch, aber auch mental.

Gestolpert sind wir dabei über ein Zitat des Komponisten Igor Strawinsky:

„Ich habe keine Zeit, mich zu beeilen.“

Das hat uns beide direkt angesprochen. Wir wollten es langsam angehen, dafür kontinuierlich. Schnelles zu erwarten würde scheitern. Wie sagt man so schön: Ein Marathon, kein Sprint. Also, immer schön einen Fuß vor den anderen setzen und die Situation akzeptieren, aber eben auch aktiv gestalten. Wir alle haben Möglichkeiten zu gestalten. Und zwar immer!

Ich (Markus) erinnere mich an eine gebrochene Schulter im Sommer. Das war doof, aber nach ein paar Tagen gelang es mir die Situation anzunehmen und fand heraus, dass ich nicht nur Zuhause sitzen musste, um an das zu denken, was alles nicht geht. Kein Fahrrad fahren, nicht schwimmen, kein Squash spielen, nicht einfach mal duschen usw. usf. Dafür ging eine Menge anderes: Viel lesen und Musik hören, telefonieren bis das Ohr glühte, Freunde treffen und sich chauffieren lassen. 😉
Kurz: Es wurde ein prima Sommer – sicher nicht der allerbeste, aber eben auch kein schlechter!

Jetzt heißt die Veränderung nicht Schulterbruch, sondern Pandemie. Neue Situation: Zuhause bleiben, Kontakte reduzieren – am besten drastisch. Lockdown Nr. 2.

Vieles geht nicht mehr, der Alltag ist kräftig durcheinander. Nicht zu unterschätzen ist auch der Kontrollverlust. Der Alltag wird nicht mehr nur von uns gestaltet, sondern es gibt temporär neue Regeln, die einschränken. Aber wie schon gesagt, man kann gestalten und aktiv sein. Nur eben nicht so wie gewohnt.
Wir haben beschlossen, dass wir uns auf das konzentrieren, was geht und nicht auf das, was gerade nicht geht. Und ganz ehrlich? Da gibt es eine Menge… – mehr als man sofort umsetzen kann.

Was wir umsetzen und wie wir unsere Einstellung gefunden haben, das seht ihr im Video.

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Das Licht im Badezimmer reparieren, dunkle Stellen mal neu streichen, jeden Tag frisch kochen, Freunde und Familie anrufen. Eine neue Sprache lernen, lesen, Musik hören, Sportalternativen finden. Geht. Auch in der kleinsten Hütte. Yoga z.B.

Leute, Giuls hat mich zum Yoga bekommen. Bilder folgen, wenn es etwas graziöser aussieht, aber es macht Spaß und tut sehr sehr gut. Das hätte ich nicht gedacht. Ich habe mir so oft vorgenommen mit Giuls Yoga zu machen, aber es brauchte erst die Pandemie. Wir wollen die Situation nicht schön reden, aber wenn man sich auf das konzentriert was geht, dann hilft es. Uns zumindest. Und das gibt Kraft.

Kraft, die auch dafür gut ist, ein offenes Ohr und Energie für Menschen zu haben, denen es gerade nicht so gut geht. Die nicht mit der Situation klarkommen oder die sehr gefordert sind. Füreinander da sein. Hilfe geben, aber auch Hilfe annehmen und um Hilfe bitten (können).

Lasst uns aufeinander achten und respekt- und verständnisvoll miteinander umgehen. Wir Menschen haben immer in Gemeinschaften gelebt. Jetzt mit etwas mehr Distanz als früher, aber auch mit so viel mehr technologischen Möglichkeiten über Distanz Nähe herzustellen. Berni hat uns z.B. ein Bild von der Hunte geschickt, wo wir immer stehen und wo sein Hund Timmy uns sucht (er bekommt immer ein Leckerchen von uns…). Dann folgte ein Videoanruf und für einen Moment waren wir mit Berni und Timmy an der Hunte.

Timmy an der Hunte

Und irgendwann, dann sitzen wir wieder zusammen am Lagerfeuer. Und dann sagt jemand: „2020, weißt du noch? Alter Schwede, das waren Zeiten!“ Dann prosten wir uns zu, nehmen uns in den Arm und sind uns einig: „Gut, dass sie vorbei sind!“

Und vielleicht haben wir etwas gelernt aus dieser Zeit und sie war auch für etwas gut.

Das wäre doch toll! ❤️

 

15 Kommentare

  1. Heike Gunga sagt

    Hallo Ihr Lieben,
    ja, ich habe die Zeit (so ca. 5 Monate) mit planen, recherchieren, vergleichen und vor allem mit Euren Videos und damit wirklich hilfreichen Tipps verbracht. Jetzt ist es endlich soweit: Ich bin nicht nur Campinginfizierte, sondern besitze nun endlich einen Van, den ich zum Camper ausbauen werde. 😁 Insofern habe ich mich letztlich an Eure Vorschläge gehalten. Nicht nur, dass Ihr Neulingen – wie mich – am verständlichsten informiert, es ist auch am brauchbarsten gewesen. 👍Ich bin Euch deshalb sehr dankbar. Na und dass Ihr total sympathisch rüberkommt wisst Ihr ja schon länger 😉 Ich bin zwar schon etwas älter, aber es ist nie zu spät etwas Neues zu wagen.
    Bis denne L.G. Heike

    • Giulia & Markus sagt

      Moin Heike,
      woohooo, herzlichen Glückwunsch! Was für einer ist es denn geworden?
      Hach, danke für deine lieben Worte. 😍 Da freuen wir uns sehr drüber. 😊
      Liebe Grüße
      Giuls & Markus

      • Heike Gunga sagt

        Ja als Oldtimerfreund ist es ein Ford Econoline E150 Bj. 1984 geworden. Habe schon H-Zulassung…die Campingeinbauten sind im Amistyle, also ich muss die weitere Gestaltung (wg. H-Zulassung) dezent gestalten. Jedoch brauche ich mehr als einen riesigen Behälter für Eis und ne gedrechselte Kleiderstange…ich habe Kühlbox, Yeti 500x und alles mögliche bestellt…na, wird hier zu lang.
        Bis denne Heike

        • Giulia & Markus sagt

          Wunderschön! Viel Spaß beim Ausbau und eine „großzügige“ Person in der Auslegung beim TÜV!
          Vielleicht sieht man sich ja nächstes Jahr mal unterwegs. 🙂

  2. Irene Fuchsen sagt

    Hallo, ihr zwei!
    Jedes Video von Euch sprüht von positiver Energie und ist einfach nur wohltuend in der derzeitigen „Jammerzeit“ einer vielleicht etwas verwöhnten (?) Gesellschaft.
    Ich hoffe wie Ihr dass Corona am Ende für was gut war – auch gesellschaftlich.
    Und sei es nur, dass man analoge Begegnungen wieder als wertvoller empfindet als alle digitalen Möglichkeiten – so toll diese auch sind, wenn’s nicht anders geht (-wie jetzt)
    Viel Glück bei der Suche nach EUREM Hof!
    Und danke für Eure positiven Impulse!!
    Irene

    • Nun, vielleicht sollte man sich darauf einigen, das es sicherlich sehr viele Menschen gibt die durch Corona echt gestraft sind. Sicherlich, es gibt schon den verwöhnten Teil, die die ein sehr priviligiertes Leben führen und nicht mal merken, das sie vorne und hinten gepampert werden.

      Und doch gibt es gerade Leute die durch die Pandemie hart getroffen wurden (finanziell, gesundheitlich, ggf. sogar beides) mit einem Lächeln aus der Geschichte gehen und das sind für mich die wahren Helden. Und die würde ich niemals als „verwöhnt“ titulieren wollen.

      Ich mag ggf. eher pessimistisch rüberkommen (ich sag dazu eigendlich, ein Realist mit Erfahrung), dennoch weiß ich das ich auch zu den Priviligierten gehöre, bin zZ. sehr gut finanziell abgesichert und bisher hat mich der Virus gesundheitlich verschont. Dafür bin ich froh. Bin aber auch anderseitig froh, das die Pandemie die Maske vieler Institutionen (Politik, Behörden, Konzerne etc.) runtergerissen hat und das wahre Gesicht sich offenbart. Es zeigt auch gnadenlos was wirklich Wichtig ist und was nur sinnloser Luxus ist. Auch ein Pluspunkt. 🙂

    • Giulia & Markus sagt

      Moin Irene,
      hach, danke für deine lieben Worte. Das freut uns mega!
      Ja, das wäre schön!
      Dankeschön! 😊👋
      Liebe Grüße
      Giuls & Markus

  3. „Gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.“

    Reinhold Niebuhr

    So in etwa kann man es zusammenfassen… Urlaub dieses Jahr, ja zum Glück ein paar Tage zusammengekratzt… wollte zwar JETZT wieder los (für 2-3 Wochen), aber tja, mal wieder ein Lockdown… so wie am Anfang des Jahres wo ich los wollte… sollte keinen Urlaub mehr planen 🙂 Und war kein Lockdown, dann musste meine Partnerin oder ich beruflich vor Ort bleiben… ja, man könnte in die Tischkante beissen… aber kann ich es ändern, nein, also…

    Planungen für das nächste Jahr, klar, warum nicht, muss man eben zwei Pläne machen, einen für die Situation wie für 2020 und eins wo mehr möglich ist.

    Hoffe nur, das Festivals nächstes Jahr möglich sein werden, aber mir schwarnt Böses…

    • Giulia & Markus sagt

      Ja, auch ein sehr schönes Zitat! 👍

      Meine (Markus) Großmutter hat immer gesagt: „Dinge die du nicht kannst ändern, die musst du lassen schlendern.“ 😉

      Ja, hoffen wir das Beste. Wir sind einfach mal zuversichtlich! 👍😊

  4. Martina Alfter sagt

    Ein sehr schöner Beitrag zum Start in die Adventszeit . Das Zitat tut sehr gut, man muss es sich vor Augen halten. Viel Erfolg beim Hof suchen und bleibt gesund,
    LG
    Martina

    • Giulia & Markus sagt

      Das freut uns sehr, dass er dir gefällt. 🙂 Dankeschön, wir sind gespannt wohin es uns führt.
      Bleib du auch gesund!
      Liebe Grüße
      Giuls & Markus

  5. Helga und Horst sagt

    Schön, dass Ihr wieder da seid, wir hatten Euch schon sehr vermisst!
    Ich freue mich, dass ihr Euren Plan zum Kauf eines Hofes weiter verfolgt. Wie sieht es denn mit dem Hund aus?
    Wir (75 und 63 Jahre alt) sind beide nicht mehr im Berufsleben und sind froh darüber, weil wir uns nicht auf die Pandemie Gegebenheiten einstellen mussten. Mit unserem Wohnmobil haben wir von Juni bis Anfang Oktober immer wieder Reisen unternommen in Dänemark und Deutschland. Somit konnten wir unseren Urlaub antreten, was bei vielen ja nicht der Fall war. Ansonsten sind wir auch dabei, unser Zuhause neu zu gestalten mit einem neuen Walk-in-Kleiderschrank und einer Outdoor-Kitchen. Mir macht das Gestalten sehr viel Spaß.
    Auch habe ich das Kochen wieder für mich entdeckt. Das hat mein Mann ca. 25 Jahre übernommen, weil mein Job mehr Zeit in Anspruch genommen hat als seiner. Wir haben uns neue Töpfe angeschafft und haben die Ominas beschichten lassen mit einer Art Teflon.
    Hier gab es eine Aktion bis zum 02.11.2020. Werde ich demnächst austesten mit einem Brot und ohne Silikonform.
    Wo uns z.Zt. die Freude fehlt, ist eine Reiseroute zu planen für 2021. Ich befürchte, dass die Pandemie uns noch länger im Griff hat.
    In unserem Alter halte ich es weniger mit Strawinsky „Ich habe keine Zeit, mich zu beeilen“,
    sondern eher mit Mario de Andrade „Meine Seele hat es eilig“. Die Verse haben mich schon sehr berührt. (Im Internet ganz einfach zu finden)
    Trotzdem gehen wir mit großer Gelassenheit durch diese Zeit.
    Mit der Familie (Cousins und Cousinen und unsere tollen Patenkinder) sind wir über Videotelefonate und oder z.B WhatsApp, Signal im Kontakt und neuerdings bin ich dazu übergegangen, mal wieder Briefe zu schreiben.
    Auch musizieren ist angesagt. Wer ist denn bei Euch der Pianist?
    Wir lesen sehr viel und geniessen unser wunderschönes Zuhause.

    Habt eine schöne Adventszeit und bleibt gesund.
    Helga und Horst

    • Giulia & Markus sagt

      Hach! <3
      Sobald wir einen Hof haben, haben wir auch wieder einen Hund! 😉 Da habt ihr die Zeit aber prima genutzt. Ja, das mit der Beschichtung haben wir auch schon öfter gelesen. Wir sind gespannt, wie ihr sie findet. Schreibt gerne mal. 🙂
      Ja, das können wir gut verstehen. Reisepläne machen wir auch noch nicht für 2021. Wobei das ah 2019 nicht wirklich funktioniert hat und dann doch prima geworden ist.
      Oh, das sind schöne Verse. Wir kannten bis heute nur den Letzten: "Wir haben zwei Leben und das zweite beginnt, wenn du erkennst, dass du nur eins hast". Giuls ist die Pianistin.
      Wir wünschen euch auch eine zauberhafte Adventszeit und viel Gesundheit.
      Liebe Grüße
      Giuls & Markus

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